Darmstadt rockt kölsch

"Viva Colonia" für 2500 Partygäste

Seit einigen Jahren veranstaltet Firebeach Events die Konzerte der Kölner Kult Gruppe "Hoehner" in Darmstadt. Unter dem Motto "Darmstadt rockt kölsch" gelang es bereits in den Jahren 2005, 2007 und 2008, ein Hauch kölsche Lebenslust nach Darmstadt zu holen. Ein weiteres Konzert ist bereits in Planung.

DARMSTADT. Kurz hinter dem Darmstädter Schloss erklingt in der Straßenbahnlinie Neun "Viva Colonia". Singend geht es dann zur Böllenfalltorhalle, wo die Schlange vor dem Eingang etwa dreißig Meter lang ist: Für rund 2500 Gleichgesinnte ist an diesem Samstag die Party des Jahres. Seit acht Tagen ist die Halle ausverkauft. Um acht Uhr werden – wie deutschlandweit angekündigt – für fünf Minuten alle Lichter ausgeschaltet; schließlich sind die "Höhner" Teil der "Naturallianz" von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel . Doch dann ist die Party eröffnet. Bis in die oberen Ränge wird mitgeklatscht und mitgeschunkelt. Bei ihren Liedern wie "Wir haben noch lange nicht genug" singen die meisten mit.

Mit dem Satz "Die Lilien haben zwei zu eins gewonnen", gibt Henning Krautmacher an der Gitarre die Tonlage vor. Die "Höhner" machen Stimmung, aber seit zehn Jahren sind sie auch die offizielle Fußball-Band des 1. FC Köln. Schlagzeuger Janus Fröhlich hat die Gruppe vor 35 Jahren mit dem Tastenakrobaten Peter Werner für Karnevalsauftritte gegründet. Später kamen der Bassist Hannes Schöner sowie die Gitarreros Ralf Rudnik und Jens Streifling dazu. Die "Höhner" können wie "Deep Purple" klingen oder auch wie "Alan Parson’s Project". In den neunziger Jahren haben sie Aufnahmen mit einem Sinfonieorchester gemacht, und seit der Zusammenarbeit mit der Folkband "Galleon" wirken sie manchmal auch ein bisschen irisch. Und obwohl sie Stammgast in den Verkaufshitparaden sind, findet man sie immer noch auf den Sitzungen beim Kölner Karneval.

"Schön, dass Du da bist" singen sie mit sauberem Satzgesang. Niemand braucht das Publikum an diesem Abend zum Mitmachen aufzufordern. "Umarmt Euch", empfiehlt Jens Streifling, "und fragt erst danach nach dem Namen." "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde – und dann Köln": Das ist ein Bekenntnis. Die Texte sind durchweg in "Kölsch", aber vieles kann auch ein Hesse verstehen. "Wenn nicht jetzt, wann dann?" war das offizielle Lied zur Handball-Weltmeisterschaft 2007. Kaum jemand schafft es, nicht mitzuhüpfen. Bei der Zugabe "Länger, l änger, wir feiern heute etwas länger" brennen Hunderte von Wunderkerzen, und als Aufforderung zu einer weiteren Zugabe singen tausend Kehlen "Viva Colonia", das die "Höhner" dann auch spielen.

Am Ende verrät Henning Krautmacher ihr Erfolgsrezept: "Wo wir sind, ist Köln".

Quelle: Darmstädter Echo