Umtauschparty für Weihnachtspräsente

Wohin mit ungeliebten Geschenken?

Bessungen: Umtauschparty für Weihnachtspräsente im Club Huckebein - Eine weitere Aktion ist geplant

"Manche Weihnachtsgeschenke sind einfach nur peinlich", sagt Bernd Pfannkuchen. Er muss es wissen: Seit Jahren verkauft er im "Huckebein" die Eintrittskarten und kommt dabei mit zahlreichen Menschen ins Gespräch.

Deshalb kam ihm vor einer Woche die Idee zu einer "Weihnachtsgeschenke-Umtauschparty". Obwohl das zeitlich sehr knapp war, schrieben Björn Lautenschläger und Carsten Feuerbach fleißig E-Mails an alle, von denen sie wussten, dass sie zu den Partys für die über Dreißigjährigen kommen, die sie freitags im "Huckebein" veranstalten. Das Huckebein in der Heidelberger Straße 89 A bezeichnet sich als den ältesten Club Darmstadts. Er wurde im Jahr 1974 gegründet. Damals wurde ein Kino in eine Diskothek umgebaut.

Mit Ü-30-Partys reagieren die Veranstalter auf die Tatsache, dass Menschen über dreißig meist die erste Beziehung hinter sich gelassen haben; in den Großstädten sind die Ein-Personen-Haushalte mittlerweile in der Mehrzahl. Und die Singles besuchen Diskotheken viel häufiger als Paare.

Nun war ja am Freitag außerdem noch der erste Januar; für Veranstaltungen also nicht gerade ein günstiger Termin. Die meisten Clubs in Darmstadt blieben an diesem Tag geschlossen. Trotzdem kamen mehr als hundertfünfzig Feier-Hungrige in die Traditionsdiskothek in der Heidelberger Straße, um bei der "House"-Party von DJ Stargate Bekannte zu treffen.

"Es sind vor allem Stammgäste, die uns heute besuchen", gibt der ausgebildete Hotelfachmann René Nothnagel zu. Sein Vater Karl Heinz hat den Betrieb vor 36 Jahren gegründet und das Lokal ist seither im Familienbesitz (wir haben berichtet).

Wer ein Weihnachtsgeschenk hat, das er nicht haben möchte, gibt es vorne am Eingang ab. Seine Eintrittskarte ist dann gleichzeitig eine Losnummer - denn in der Nacht werden alle Gaben unter den Teilnehmern verlost. Im schlimmsten Fall würde man dann sein eigenes Geschenk wieder gewinnen. Nicole ist mit ihrem Freund aus Frankfurt gekommen. Die beiden haben einen antik aussehenden Kerzenhalter und ein Windlicht mitgebracht. Eine weitere Besucherin stiftet eine RTL-Hessen-Tasse. Schließlich kommt noch ein Buch dazu, das sogar noch in Weihnachtspapier eingewickelt ist.

Dass die Resonanz unter den Gästen nicht höher ist, mag an dem ungünstigen Termin liegen, denn eigentlich ist das ja eine brillante Idee, ungeliebte Weihnachtsgeschenke umzutauschen. Darüber hinaus haben die meisten Besucher offensichtlich nicht von der kurzfristigen Aktion erfahren.

Als der Discjockey um ein Uhr die Weihnachtsgaben verlosen will, sind die Spender leider nicht mehr anwesend. So löst er das Problem pragmatisch: Auf der gut besuchten Tanzfläche bestimmt er einfach vier Besucherinnen, denen er die ungeliebten Weihnachtsgeschenke überreicht. "Trotzdem wird es eine weitere Aktion geben", verspricht der Organisator Björn Lautenschläger, "denn die Idee lässt sich ausbauen."

 

Quelle: Darmstädter Echo