Damit es so bleibt

Bläck Fööss Konzert in der Böllenfalltorhalle Darmstadt

DARMSTADT. Durch den Kölner Karneval und Namen wie Willy Millowitsch oder die Band BAP hat sowohl die Sprache, als auch die rheinländische Lebensart im übrigen Deutschland immer mehr Freunde gefunden. Am Samstag gestaltete "Bläck Fööss" den ersten von zwei Kölner Abenden in der Darmstädter Böllenfalltorhalle, und von den 800 Zuschauern outeten sich gut die Hälfte als kölsch.

Doch auch die Darmstädter Fans sangen von Anfang an die Refrains der Songs mit. Dabei beherrschen die sieben Musiker von "Bläck Fööss" einen glasklaren Satzgesang. Und mit bloßen Füßen, wie der Name eigentlich vermuten ließe, treten sie schon lange nicht mehr auf. Sie waren die ersten, die mit Elektro-Gitarren beim Kölner Karneval auftauchten – dabei ist es bis heute geblieben. In der kommenden Session werden sie dort 160 Auftritte haben. "Früher waren es über zweihundert", erzählt der Gitarrist Bömmel Lückerath, "aber das waren bis zu vier am Tag, das wollen wir nicht mehr."

Neben ihm, der die meisten Ansagen macht, stehen die Gitarristen Kafi Biermann, Erry Stoklosa und Peter Schütten auf der Bühne. Andreas Wegener drückt die Tasten, Hartmut Priess zupft den Bass, und Ralph Gusovius sitzt am Schlagzeug. Die Texte werden von den Mitgliedern der Band abwechselnd gesungen. Einige Titel eignen sich gut zum Mitklatschen und enden mit einem richtigen Karnevalstusch wie "Wir Kölsche". Andererseits wendet sich die Band gegen "Ballermannisierung" und "sinnlose Besäufnisse" beim Kölner Karneval. Sie wünscht sich mehr "Seele".

Durch viele Auftritte in Schulen haben sie gelernt, wie wichtig, nicht nur für Jugendliche, eine klare Aussage ist. Deshalb beziehen sie auch in ihren Stimmungsliedern eindeutig Stellung – für Toleranz gegenüber Andersdenkenden und für eine kunterbunte Gesellschaft. Das ändert jedoch nichts am Kölschen Grundgesetz: "Et es wie et es – et kütt, wie et kütt – Nix bliev, wie et es".

Die Arrangements reichen vom Fußballwalzer über Tanzrhythmen zum Klatschmarsch. Und wenn der Rhythmus passt, ist für die Zuhörer im Dunkeln nicht nur gut schunkeln. Viele umarmen sich, um zu tanzen. Vier Mal wollen sie sich nach zwei Stunden von der Bühne schleichen, werden jedoch von johlenden Fans zurückgerufen. Dann packen sie alte Hits aus, wie "Bye bye my Love" oder "Mer losse dr Dom in Kölle". Mit "Lieber Gott gib uns Wasser" heben sie sogar einen rheinischen Gospelsong auf die Bühne. Am Ende versprechen sie, wiederzukommen, und singen mit ihren 800 Zuhörern "Niemals geht man so ganz".

Quelle: Darmstädter Echo