Mitten ins Herz

Die Band "Münchener Freiheit" auf der Frühjahrsmesse in Darmstadt

DARMSTADT. Unter anderem zur Präsentation ihres siebzehnten Studioalbums mit dem schlichten Titel "XVII" war die Deutsch-Pop-Band "Münchener Freiheit" zu Gast im Festzelt von  Jürgen Blümler ("Moppel") auf der Frühjahrsmesse in Darmstadt. Gar nicht schlicht war am Samstagabend die musikalische Darbietung der Band. Vielmehr türmte Keyboarder Alex Grünwald, assistiert von Michael Kunzi am Bass und Rennie Hatzke am Schlagzeug, so manche Klangmauer auf. Geerdet wurde der Gruppensound von den glasklaren Soli des Gitarristen Aron Strobel. Für die mal verträumt melancholischen, mal zupackenden Akzente sorgte Sänger Stefan Zauner.

Von Anfang an zog die Band die Zuhörer in ihren Bann. Nach souveräner Überwindung von kurzzeitigen technischen Problemen überzeugten die fünf Musiker sowohl bei den eher balladesk gemächlichen als auch bei den flotten Nummern, und das Publikum klatschte begeistert. Thematisch im Mittelpunkt stand bei der Präsentation des überwiegend älteren Songmaterials die Liebe in all ihren Facetten. Dass Liebe telepathische Fähigkeiten wecken kann, legte die Textzeile "Du kennst jeden Gedanken von mir" nahe in dem Lied "Verlieben, verlieren". Das traf mitten ins Herz des Publikums im gut gefüllten Festzelt, und spätestens beim Song "Solang man Träume noch leben kann" gingen die ersten Wunderkerzen an. Gefühlsseligkeit breitete sich aus, die von dem Rockfetzer "Ich steh auf Licht" unterlaufen wurde.

Ihr ganzes musikalisches Potenzial zeigte die 1981 gegründete Gruppe bei "Sommernachtstraum": Im Intro vermengte Keyboarder Alex Grünwald Synthesizer-Klänge mit Barock-Tonfolgen, bevor die rockige Gitarre von Aron Strobel einsetzte. Darüber schwebte die klare Stimme von Sänger Stefan Zauner, der mit seinen Ansagen und ab und an nach oben gerecktem Zeigefinger für Stimmung sorgte. Im Stück "Ich will dich noch mal" wagte der ganz in Weiß getauchte Frontmann gar einen Ausflug in das Gefilde des Sprechgesangs. Leidend bekannte er fast flehend: "Ich glaub ich vermiss dich noch immer."

Nichts vermisst hat das Publikum, denn die Charterfolge der Achtzigerjahre wie "Ohne dich" und "Tausendmal du" wurden gespielt. Vom neuen Album "XVII" wurde die tiefsinnige Ballade "Sorry" dargeboten. Insgesamt zeigte die "Münchener Freiheit" inklusive zweier Zugaben ("Bis wir uns wiederseh’n", "Lola") eine starke Performance.

Quelle: Darmstädter Echo